Die Machtfragen
Eine Göttinger Sozialwissenschaftlerin fordert, Machtsensibilität bereits im Lehramtsstudium zu verankern und klare Beschwerdewege an Schulen zu schaffen.
Mit Blick auf den Appell von Schüler- und Elternvertretern, mehr gegen Machtmissbrauch an Schulen zu unternehmen, fordert Melanie Misamer von der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst in Göttingen (HAWK) das Thema Machtsensibilität bereits im Studium angehender Lehrkräfte zu verankern. „Machtmissbrauch kann verhindert werden, wenn jeder Mensch, der Macht innehat, sich dessen bewusst ist und sich dafür entscheidet, damit verantwortungsvoll und professionell umzugehen“, sagte die Sozialwissenschaftlerin im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst. Landesschülerrat und Landeselternrat Niedersachsen hatten sich vor einigen Wochen für niedrigschwellige, unabhängige Meldestellen ausgesprochen und argumentiert, dass innerschulische Meldeketten etwa über Vertrauenslehrer bei Fehlverhalten von Schulbediensteten nicht ausreichten. Das Kultusministerium verwies im Rahmen der Debatte auf die Antidiskriminierungsstellen der Regionalen Schulämter.