Ein Urteil, das Fragen aufwirft
Mit einem ziemlichen Paukenschlag endete am Dienstag der Strafprozess gegen einen 47-Jährigen, der sich vor dem Landgericht Lüneburg wegen einer Messerattacke auf drei Personen im vergangenen Oktober auf dem Soltauer Georges-Lemoine-Platz zu verantworten hatte. Angeklagt war die Tat primär als versuchter Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, Staatsanwaltschaft und Verteidigung hielten bis zu ihren Schlussplädoyers daran fest. Doch die Kammer unter dem Vorsitzenden Richter Franz Kompisch gelangte nach einer zähen Hauptverhandlung mit schwierigen Zeugen zu einem anderen Ergebnis – und einem ungewöhnlich harten Urteil. Statt auf versuchten Totschlag erkannte das Gericht auf versuchten Heimtücke-Mord.