Miss Piggy trifft Hildegard von Bingen
Das Schneverdinger Impro-Theater „Dreierlikör“ hat in der Bibliothek Waldmühle seine öffentliche Soltauer Premiere gefeiert – mit einem Abend, an dem das Publikum vom ersten Moment an Teil der Inszenierung war. Die drei Ensemblemitglieder Karina Springer-Kraeft, Oliver Hofmann und Frauke Lohmann brauchten nicht mehr als Hocker, Mikrofone und die Zurufe aus dem Saal, um ihre Spielfreude zu entfesseln. „Impro ist das, was Sie hier sehen – mehr kommt nicht“, erklärte Moderator Hofmann zu Beginn augenzwinkernd und stellte klar: Gespielt wird ohne Textbuch, ohne Regie, ohne Bühnenbild – und mit der Bereitschaft, gemeinsam mit dem Publikum ins Ungewisse zu springen. In der ersten Hälfte entwickelten die „Liköre“ eine Langform, für die das Publikum zunächst ein Genre – an diesem Abend ein Drama – sowie acht Begriffe beisteuerte: unter anderem Ruderboot, Schwiegermutter, Graf, Spiegel, Pümpel, „todkrank“ und „Schießerei“.