Wo weniger mehr ist
Bundeskanzler Friedrich Merz hat in den vergangenen Wochen mit scharfen Aussagen zur deutschen Arbeitskultur eine breite Debatte ausgelöst. Bei mehreren Terminen, etwa vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau und beim Bäckerhandwerk in Dortmund, kritisierte der CDU-Politiker Work-Life-Balance und eine Vier-Tage-Woche als luxuriöse Fokussierung, die am Ende nicht helfe, die Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit Deutschlands zu sichern. „Mit Work-Life-Balance und Vier-Tage-Woche lässt sich der Wohlstand unseres Landes, den wir heute haben, in Zukunft nicht erhalten – und deswegen müssen wir mehr arbeiten“, so der Kanzler bei der IHK Halle-Dessau wörtlich. Dabei verwies er auf den internationalen Arbeitszeitvergleich und appellierte an „Tatkraft statt Pessimismus“.