Soltauer Opfer des NS-Krankenmordes: Familien werden gesucht
„Der Rudi, der tat doch niemandem was, und dann wurde der einfach abgeholt“, berichtet Ingrid Hruby in einem Video-Interview, das 2021 aufgezeichnet wurde. Sie ist die Schwester von Rudolf Hagedorn, der 1944 mit seiner Mutter und den beiden jüngeren Geschwistern als Flüchtling nach Soltau kam. Ingrid war knapp zwei Jahre alt, als ihr 15-jähriger Bruder vom Schutzpolizisten Remmers in die „Kinderfachabteilung“ der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg zwangseingewiesen wurde. „Weil er Epilepsie hatte“, berichtet sie fast 80 Jahre später.