Katzen sterben einsam

In der langen und wechselvollen Geschichte der Mensch-Katze-Beziehung spiegelt sich fast schon ein kulturgeschichtliches Drama wider: Während im alten Ägypten die Katzengöttin Bastet angebetet wurde und der Tötung einer Samtpfote die Todesstrafe folgte, wandelte sich im mittelalterlichen Europa das Image zur dämonisierten Begleiterin von Hexen. Von göttlichen Verehrungsobjekten zu verteufelten Sündenböcken. Heute, in unserem aufgeklärten Munster, wissen es die Menschen besser: Katzen sind weder Gottheiten noch Teufelswerk, sondern schlichtweg Lebewesen, die des Schutzes bedürfen. Doch während die Ägypter ihre Katzen mit Juwelen schmückten und die Christen des Mittelalters sie misstrauisch beäugten, steht man aktuell vor einer pragmatischen Herausforderung: der Regulierung des Umgangs mit freilaufenden Hauskatzen zum Wohle der Tiere selbst, der wildlebenden Arten und der urbanen Gemeinschaft.

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