Lebensgefühl zwischen Kriegsheimkehr und Wirtschaftswunder

Väter, die nach mehreren Jahren russischer Kriegsgefangenschaft nach Hause kommen, gebrochen und mindestens seelisch verstümmelt; Heimkehrer, die feststellen, dass sie nicht mehr in die neue Zeit passen, in der Frauen das Land wiederaufbauen, ihren Mann stehen, sich emanzipieren, in einem zweigeteilten Land mit neuer Verfassung, Währung und den ersten Ansätzen der Gleichberechtigung: Das klingt nicht gerade nach einem Theaterstück, bei dem ausgiebig gelacht werden darf. Das Gegenteil ist der Fall bei der Inszenierung von „Das Wunder: 1954“ des Bürgertheaters, das am Freitagabend im Theater Metronom vor ausverkauftem Haus Premiere feierte. Das liegt zum einen an der Zeit, in der das an den Film „Wunder von Bern“ angelehnte, vom Ensemble und Regisseurin Karin Schroeder selbst entwickelte Stück angesiedelt ist. Die Zeit des Wirtschaftswunders, von AEG, Waschmaschinen und Peter Frankenfeld und der Hoffnung, dass nun alles besser wird, und natürlich die des unverhofften Siegs bei der Weltmeisterschaft – der ersten, an der die deutsche Nationalelf nach dem Zweiten Weltkrieg teilnimmt.

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