Machtspiele zwischen Maschinen und Marx

Donnernd knallen die Füße von rund 70 Arbeiterinnen und Arbeitern auf die Bretter der Bühne – in Verden hängt der Hauch der Revolution in der Luft. Die Domstadt an der Aller zwischen den brutalen Auswüchsen des Manchester-Kapitalismus und dem Aufstreben der Kräfte der sozialistischen Revolution ist das Thema der diesjährigen Domfestspiele mit dem Stück „Die Zündholzfrau“ von Hans König. Die gesellschaftspolitischen Umbrüche in der zweiten Phase der industriellen Revolution nach 1870 ist das Sujet eines Stücks mit einer Kulisse, die den Gegensatz zwischen der dunklen Seite der industriellen Ausbeutung und der Sonnenseite der großbürgerlichen Gesellschaft zeigt. Arbeiter malochen in giftigen Dämpfen einer Zündholzfabrik, der „rote Otto“ (Bernd Maas) organisiert zwischen Maschinen und Marx´ Manifest das Aufbegehren der Werktätigen, während die bürgerliche Gesellschaft samt Polizei und Militär sich darum bemüht, die Kontrolle zu behalten.

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