Werber für eine „Partei der Chancen“

Als der Hesse Wolfgang Gerhardt im vergangenen Jahr im Alter von 80 Jahren verstarb, trug der Nachruf der Frankfurter Rundschau die Überschrift „Der Gentleman der FDP ist tot“. Es klang ein bisschen so, als würde mit dem ehemaligen Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion, einem stets besonnen wirkenden innerparteilichen Gegenspieler des FDP-Lautsprechers Jürgen Möllemann, auch ein bestimmter Stil verschwinden, der die einstige Honoratiorenpartei der alten Bundesrepublik lange prägte. Von der heutigen FDP und ihrem Vorsitzenden Christian Lindner scheint das alles ozeanweit entfernt. Und doch könnte man im Gespräch mit Gurdan Kerti auf den Gedanken verfallen, dass ein bisschen was der ganz alten Schule noch lebt in dieser Partei, die gerade mal wieder einen Wahlkampf ums politische Überleben führt.

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