„Keiner hat uns geholfen“
Wenn 200 Schüler im Theatersaal freiwillig auch nach dem Schluss der neunten Stunde sitzenbleiben, und das ohne einen einzigen Mucks, und wenn sich in diesem Theatersaal außer dem elften und zwölften Jahrgang und den Wahlpflichtkursen Journalistik auch noch Gemeindearchivar Heinz Promann, der ehemalige Schulleiter Karsten Müller-Scheeßel und die Vorsitzende des Fördervereins der Rotenburger Cohn-Scheune Inge Hansen-Schaberg versammelt haben, dann muss der Vortrag hier es wirklich lohnen. Und so war es auch am Montagnachmittag, hatte sich mit Albrecht Weinberg doch einer der letzten Holocaust-Überlebenden für einen Vortrag auf die Reise von Ostfriesland in den Beekeort gemacht – nicht eben um die Ecke, bedenkt man, dass Weinberg 99 Lenze zählt und seine Begleiterin und Mitbewohnerin Gerda Dänekas auch schon 75 Jahre alt ist. Zu verdanken sind der Besuch der beiden und ihre bewegenden Schilderungen der ehemaligen Eichenschülerin Sandra Witte. Die Mitarbeiterin der Botschaft des Staates Israel ist dort unter anderem zuständig für Holocaustgedenken und pflegt seit langer Zeit freundschaftlichen Kontakt zu „Albrecht, bei ihm bleibt es nicht lange beim Sie“.