Ein weißer Fleck in der Zeitung
Das „Schrecklichste“ für einen Schreiber ist „das leere Blatt Papier“, hat Ernest Hemingway einmal gesagt, er meinte damit die Leere vor dem Schreiben und die damit verbundene Herausforderung. Für den Journalisten (der Hemingway ja auch mal war) ist das Schrecklichste allerdings das leere Blatt Papier nach dem Schreiben beziehungsweise nach dem Druck. Wenn man morgens die Zeitung aufschlägt und auf einen leeren weißen Fleck blickt. Es ist schon ein paar Monate her, dass ich morgens die Böhme-Zeitung aus dem Briefkasten fischte und beim ersten Kaffee einen kleinen Kontrollblick über die Seiten schweifen ließ, und genau das erlebte: Auf einer Seite klaffte in der linken Spalte unübersehbar eine Lücke, die am Vorabend beim finalen Redigieren noch nicht dort gewesen war.