Chefarzt nach BZ-Recherche freigestellt
Die Recherche der Böhme-Zeitung über einen Chefarzt des Heidekreis-Klinikums, gegen den die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Urkundenfälschung im Zusammenhang mit einer Corona-Schutzimpfung, erhoben hat, als der noch am Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster angestellt war, ist vom HKK laut Kliniksprecherin Nina Bernard am Abend des vergangenen Mittwochs freigestellt worden. Die Klinik hatte erst vor dem Hintergrund der BZ-Recherchen durch den angeklagten Mediziner selbst oder durch die Anfrage der BZ erfahren, dass die Ermittlungen in ein neues Verfahrensstadium geraten sind - und das bereits seit Februar 2023. Der Chefarzt hatte zwar die Geschäftsführung über die Ermittlungen informiert, aber zwischen Februar und jetzt ein halbes Jahr lang im Unklaren darüber gelassen, dass die Staatsanwaltschaft den hinreichenden Tatverdacht hinsichtlich der Urkundenfälschung bejaht und beim örtlich zuständigen Amtsgericht Neumünster Anklage erhoben hat. Das HKK verteidigt die Anstellung des Mediziners damit, der Chefarzt habe mit einer eidesstattlichen Versicherung "bezüglich seiner ersten Corona-Impfung, zu der der Verdacht einer Fälschung erhoben wurde", plausibel gemacht, dass er tatsächlich geimpft worden sei.