„Tollen Frauen“ Gesicht und Stimme gegeben

Im für die Lesungen vorbereiteten Stuhlkreis trifft der Besucher auf Frauen, die schon vorab Platz genommen haben: Die Tollen Frauen -Bilder von Horstmann-Köppers Projekt, das in das Programm 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland aufgenommen ist, stehen auf Staffeleien und Stühlen und warten zusammen mit gut fünfzig Ausstellungsgästen auf die Lesung. Diesen tollen Frauen hat Horstmann-Köpper mit ihren Bildern ein Gesicht gegeben, und Tanja Langer verleiht ihnen eine Stimme, indem sie von ihr selbst verfasste einfühlsame Kurzportraits liest und dazu Gedichte von Czernowitzer jüdischen Schriftstellerinnen. Czernowitz in der Bukowina sei nicht nur die Geburtsstadt des berühmten Paul Celan, führt Langer aus, sondern ein phantastischer Ort, von dem schmunzelnd gesagt wird, die Hühner hätten dort Hölderlin-Verse in den Sand gekrakelt. Belegt ist jedenfalls, dass es in Czernowitz vor dem zweiten Weltkrieg mehr Buchläden als Bäckereien gegeben hat und dass die Stadt mit ihrer wechselvollen Geschichte voller Kultur und Poesie war.

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