Leserbrief zum Thema ÖPNV (öffenlicher Personennahverkehr) auf dem Lande. Kürzlich warteten Feriengäste an einer Haltestelle vergeblich auf den Bus. Bis ein freundlicher Mitbürger sie aufklärte: „Es sind Schulferien, da fährt hier kein Bus.“ Eine Fahrplantabelle im Aushang muss man auch zwischen den Zeilen lesen. Am Wochenende fährt also kein Bus. Die Ausnahme ist der Heideshuttle vom 15. Juli bis 15. Oktober. In den Schulferien ist der Bus-Linienverkehr nicht existent. Ausnahmen sind die Linien des Bürgerbusses. Wichtig ist die Kenntnis des Kleingedruckten. „S“ bedeutet „fährt an Schultagen“ „S.5“ weist auf eine abweichende Abfahrtszeit am Freitag hin. „S.C“ fährt nur an Schultagen Montag bis Donnerstag. „F“ fährt nur an Ferientagen. „KBF“ ist Kleinbus (bei Gruppen ist eine Anmeldung erforderlich.) „ALF“ bedeutet: Anmeldung einen Werktag vor dem Fahrtwunsch ist erforderlich. Dies ist nur ein kleiner Auszug aus den Fahrplantabellen. Wenn ein Fahrgast die Liniennummer und den Namen der Haltestelle erfahren will, muss er die Beschriftung am Haltestellenmast erkennen können. Einen Antrag der Verkehrsgemeinschaft Heidekreis auf einen Zuschuss, die Haltestellenbeschriftung auf den Stand des gültigen Nahverkehrsplans zu bringen, wurde vom Kreistag erfolgreich torpediert. Haben unsere Kreistagsabgeordneten etwa kein Verständnis für den ÖPNV, weil sie selbst Teilnehmer am MIV (motorisierter Individualverkehr)sind? Vielleicht haben künftige Kreistagsabgeordnete mehr Verständnis für den ÖPNV auf dem Land. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Wolfgang Schubert, Schneverdingen Die Presseschau des Herrn M. aus M. Eigene Berechnung ist astronomisch BZ vom 2. August 2021 Leserbriefe sind wichtig, um (persönliche) Meinungen und Einordnungen zu vorherigen Berichten in der Zeitung vorzunehmen. Aber müssen wirklich allen „Quer-Rednern/innen“ der Raum geboten werden, teilweise abenteuerliche Ansichten zu verbreiten? Herr M. aus M. begründet (… leider bisher ohne sachliche Einordnung und ohne Widerspruch!) seine „Theorien“ zur Sars-Cov2-Pandemie neuerdings auf Berichten „international anerkannter Medien“ („dieostschweiz.ch“). Bleibt abzuwarten, wann wir Zitate regierungstreuer ungarischer Zeitungen zur Gleichberechtigung als Referenzen bekommen. Dr. Eckhardt Schmidt, Neuenkirchen Wirtschaftsweise für spezielle Menschen Konventionelle Landwirtschaft ein Muss? BZ vom 4. August 2021 Die präsentierte Pferdewirtschaft des Oesenhofs ist aus meiner Sicht etwas für Menschen, die im Draußensein einen Lebensgewinn sehen, die Wind und Wetter als Erlebnis verbuchen. Es sind Menschen, die den Umgang mit Tieren lieben und im Begleiten des Pflanzenwachstums eine Bereicherung entdecken. Wer jedoch Jahresurlaub für erstrebenswert, einen Acht-Stunden-Tag und freie Wochenenden wertschätzt und dabei einem soliden Einkommen nicht abgeneigt ist, wird für die Arbeit auf dem Oesenhof nicht geeignet sein. Ulrich Wrede, Schneverdingen Ahrhochwasser auch 1804 und 1910 „Wir können jetzt präventiv handeln“ BZ vom 2. August 2021 Schon die Antwort auf die erste Frage an den Präsidenten des Umweltbundesamtes ließen mir die letzten Haare zu Berge stehen. Den Autor Thoralf Cleven möchte ich bitten, wenn er so ein Interview führt, sich doch bitte vorher unabhängig zu informieren. Die Überschwemmung im Ahrtal ist zwar ein Jahrhundert-ereignis, aber nicht das erste Mal geschehen. Laut Wirtschaftswoche gab es eine ähnliche Überschwemmung 1910 und eine wesentlich heftigere 1804. Damit sind alle folgenden Aussagen des Herrn Messner infrage zu stellen. Aber im schlechtesten Fall hat man wieder Leute verängstigt, die nicht genug unabhängige Informationen erhalten können. Die Starkregenereignisse wurden im ausgehenden 19. Jahrhundert erforscht und deren Erkenntnisse haben im Wesentlichen immer noch Bestand. Also hat es sie mindestens seit der Zeit schon gegeben. Da bekanntlich schon wärmere Temperaturen als heutzutage auf der Erde herrschten, sind alle diesbezüglichen horrenden Annahmen reine Spekulation. Es zeigt nur, dass durch die Überbevölkerung der Erde auch von lokalen Naturgewalten erhebliche Schäden an Menschen und Sachen entstehen können. Denn überall lebt jemand, der geschädigt werden kann. Da die Ausstattung der Häuser immer komfortabler und teurer wird, steigen auch die Entschädigungsleistungen der Versicherungen und nicht durch mehr Schäden. Laut NDR liegt der höchste gemessene Wasserstand der Nordsee bei Cuxhaven 1974. Am Sperrwerk in Husum war der bisherige Höchststand 1976 und bei York hinter dem Elbdeich ebenfalls 1976. Die beiden heftigen Stürme 1962 und 1972, die ich selbst erlebt habe, konnten bisher in der Heide nicht annähernd erreicht beziehungsweise gar übertroffen werden. Den höchsten Wasserstand der Weser in Rinteln gab es 1684, nachzulesen an der Stadtmauer. Im April 2021 lag die Durchschnittstemperatur 1,3 Grad unter dem (fragwürdigen) Vergleichswert von 1961 bis 1990, im Juli lag er 1,4 Grad darüber. Wie kann denn so etwas passieren? Wie war das noch mit der Versauerung der Meere? Physikalischer Blödsinn! Peter Blees, Wietzendorf Bürgermeister fehlt die Teamfähigkeit Planungshorizonte nichts für eine Amtszeit BZ vom 16. Juli 2021 Das „gern“ in der Aussage Röbberts, er „würde gerne“ das Amt weiterführen, klingt so etwas wie nach Bitte. Recht hat der Bürgermeister, um dieses Amt zu bitten. Was hat er in seiner Amtszeit vernichtet, uns Soltauern weggenommen. Wir waren eine blühende Stadt mit Einbinden der Bürger, einer florierenden Marktstraße. Wir hatten kulturelle Angebote, eine fantasievolle Soltau-Touristik, einen Rat, mit offenem Ohr für Bürgerbelange. Die Stadt hatte einen guten Ruf in den Nachbarstädten, gern kamen die Leute, in die „schöne gemütliche“ Innenstadt, deren Alleinstellungsmerkmal „Spielraum Soltau“ Interessenten und Kinder zum Mitmachen einlud. Alles weg, Jahre Aufbau kaputtorganisiert. Die Behauptung, „der Hagen war quasi tot“, stimmt nicht. Seine Attraktivität wurde durch den Neubau des C&A-Gebäudes, weiterer Geschäfte und der Umgestaltung des Platzes vor dem Amtsantritt des Bürgermeisters restauriert. Zur Belebung sorgte der „Soltauer Sommer“, Treffpunkt von Bevölkerung und Gästen. Das Wegbrechen spezialisierter Verwaltungsleute, die wegen Uneinsichtigkeit des Vorgesetzten gingen, gegangen wurden, war fatal. Der Bürgermeister nennt das „normale Fluktuation“. Nein, es liegt an der demokratischen Führungsschwäche des Bürgermeisters. Die Aberkennung der Kompetenz seiner Mitarbeiter war höchst peinlich. Katastrophal, wenn diesem Bürgermeister eine weitere Periode die Chance zu Machtmissbrauch gleich eines Renaissancefürsten geboten würde. Wirtschaft, Kultur und Soziales wurden nicht gleichwertig gesehen. Er stahl den Soltauern Lebensqualität, die Kultur und das soziale Miteinander. Herr Röbbert, Meister der Ankündigung, erfüllte keine Wahlversprechen, Kunstrasen, Aufwertung der Marktstraße. Nun ist die Digitalisierung der Schulen, die Ausstattung von Umluftgeräten in Grundschulen und Kindergärten wichtiger als Kunstrasen. Die Ankündigung bei Amtsantritt „Dinge voranzubringen und zu verändern“ ist nicht erkennbar. Es fehlt Transparenz. Zu erkennen ist die anscheinende Unfähigkeit, im Team zu arbeiten, wichtigste Voraussetzung für eine Tätigkeit, in der viele Anforderungen zusammenfließen. Beschämend zu erkennen, dass das Vorhandensein von kollegialen Führungseigenschaften nur spärlich vorhanden und demokratische Denkart schwer zu entdecken ist. Da hilft die Einsicht, Fehler gemacht zu haben nicht weiter. Eine neue Verwaltungsspitze kann Soltau Zukunftsperspektiven öffnen. Herr Röbbert, nehmen Sie ihren Hut, gehen Sie! Frauke van Ginneken, Neuenkirchen Ursache Mensch oder Natur? Leserbrief zum Thema Waldbrände in Russland In der hiesigen Tageszeitung war zu lesen, dass wegen schwerer Waldbrände im Norden Russlands, an der Grenze zu Finnland, der Notstand ausgerufen wurde. Vor wenigen Tagen berichtete Diplom-Meteorologe Sven Plöger im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, dass die Ostsee vor Finnland Wassertemperaturen von 26 Grad Celsius hat, was in der Region eher ungewöhnlich ist. Dadurch wurden, so Plöger, große Mengen von Wasser verdunstet, welches in Deutschlands Katastrophengebiet als Starkregen vom Himmel gefallen ist. Es erscheint mir der Eindruck, dass durch die Verbrennung von Holz riesige Mengen an CO2 freigesetzt werden, die in der Lage sind, Unwetter zu verursachen. Jürgen Hempel, Lüneburg Billigheimer künftig ausschließen Leserbrief zum Thema Erixx Erixx stellt den Zugbetrieb ein“, zumindest zeitweise. So geschehen auf der Heidebahn vom 29. Juli bis zum 6. August, und nun auch noch auf der Amerikalinie zwischen Soltau und Bremen vom 9. August bis zum 12. September – einen ganzen Monat. Natürlich wird ein Ersatzverkehr angeboten, allerdings mit längeren Fahrzeiten. Leider wird dieses nur im Internetauftritt des Erixx kommuniziert. Presseartikel hierzu? Fehlanzeige. Ältere Reisende und Reisende ohne Smartphone bleiben hier quasi auf der Strecke. Und was ist mit mobilitätseingeschränkten Personen? Oder Urlaubern, die zum Beispiel ihre Fahrräder im Zug mitnehmen möchten? Unser Heidekreis ist schließlich eine beliebte Urlaubsregion. Unglaublich. Das Land mit seiner Landesnahverkehrsgesellschaft sollte bei neuerlichen Vergaben einen deutlich höheren Wert auf Qualität und Stabilität setzen. „Billigheimer“, die das Gesamtsystem Eisenbahn konterkarieren, müssen der Vergangenheit angehören. Öffentlicher Nahverkehr muss eine verlässliche Daseinsvorsorge sein. Jürgen Rosenwinkel, Schwarmstedt Klimaveränderung ist kein Zufall
Die Presseschau des Herrn M. Eigene Berechnung ist astronomisch BZ vom 2. August 2021 Leserbriefe sind wichtig, um (persönliche) Meinungen und Einordnungen zu vorherigen Berichten in der Zeitung vorzunehmen. Aber müssen wirklich allen Quer-Rednern/innen der Raum geboten werden, teilweise abenteuerliche Ansichten zu verbreiten?