Rettung für den Frühlingsboten

Als Charaktervogel offener Grünlandgebiete war der Kiebitz bis in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts in der Allerniederung ein verbreiteter Brutvogel, der vor allem extensiv genutzte Wiesen und Weiden sowie Überschwemmungsflächen besiedelte. Nach der Rückkehr aus den Überwinterungsgebieten kündigten seine akrobatischen Loopings, Sturz- und Steilflüge und die weithin hörbaren Rufe den nahenden Frühling an und machten den Gaukler der Lüfte zu einem Sympathieträger, der von der Landbevölkerung mit regionaltypischen Namen wie Kiwitt und Piewit belegt wurde. Seither ist der Bestand im Heidekreis stark rückläufig, die Anzahl der Brutpaare sank zwischen 1991 (293 BP/RP) und 2020 (96 BP/RP) um 67 Prozent, bundesweit war zwischen 1992 und 2016 sogar ein Rückgang um 88 Prozent zu verzeichnen. Als Hauptursachen für die dramatischen Bestandseinbrüche des unverwechselbaren Kulturfolgers mit der auffällige Federholle gelten neben dem ungebremsten Flächenverbrauch und der Zerschneidung von Lebensräumen vor allem der Verlust geeigneter Bruthabitate durch Entwässerungs-, Ausbau- und Eindeichungsmaßnahmen sowie die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung.

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