Opfer kommt nicht, Zeugen sind still

Das geschieht nicht alle Prozess-Tage: Die einzig nachvollziehbare Tatversion tischte der Angeklagte den Richtern auf, während die Zeugen aus dem Umfeld des Opfers keinen reinen Wein servierten, nichts sagten, und die Kollegen des angeklagten Küchenhelfers die Küchenchefin und der Koch um den heißen Brei herumredeten. Keinen Appetit auf den Prozess hatte das Opfer: Es erschien erst gar nicht im Gerichtsgebäude. Die 4. große Strafkammer am Landgericht Lüneburg hat gestern einen 25 Jahre alten Algerier nach einer Messerattacke auf einen Syrer wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt, die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

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