Wenn die Schwalben ums Haus fliegen
Sie gelten als Botschafter des Sommers, Glücksbringer und Wetterpropheten und gehören ebenso zum Landleben wie der sprichwörtliche Spatz auf dem Dach: Rauchschwalben, die in rasanten Flugmanövern durch offene Stall- und Scheunentüren flitzen, und Mehlschwalben, die knapp über der Wasseroberfläche Insekten jagen oder zwitschernd auf Telefondrähten und Antennen sitzen. Doch was vor einem halben Jahrhundert eine Selbstverständlichkeit war, hat heute schon beinahe Seltenheitswert und ist dem NABU daher eine Auszeichnung Wert: Schwalbenfreundliche Menschen, die die eleganten Flugakrobaten alljährlich im April willkommen heißen, Haus und Hof für einige Monate mit ihnen teilen und die gefiederten Mitbewohner vielleicht sogar durch gezielte Maßnahmen wie das Anbringen künstlicher Nisthilfen oder das Anlegen von Lehmpfützen unterstützen. Zu dieser Sorte Mensch gehören Renate und Hans-Günther Reinsch, deren idyllisch am Ortsrand von Bispingen gelegener Hof jüngst mit der Plakette Schwalbenfreundliches Haus ausgezeichnet wurde. Für mich gehören Schwalben einfach zum Hofleben dazu, betont der rührige Nebenerwerbslandwirt, als ihm Ingrid Häusler von der örtlichen Nabu-Gruppe die beliebte Plakette samt dazugehöriger Urkunde überreicht.