Wildes Trommeln gegen die heuchlerische Welt
Als Günter Grass 1959 seinen Roman Die Blechtrommel veröffentlichte, erntete er wegen seiner völlig neuen, stilistisch überbordenden Sprache Lobeshymnen und wurde über Nacht zum gefeierten Literaturstar. Allerdings gab es auch wütende Kritik. Seine Geschichte um den kleinen Oskar Matzerath, der sich angesichts der heuchlerischen Welt um ihn herum weigert, weiter zu wachsen und seinen Widerspruch mit seiner wilden Trommelei zum Ausdruck bringt, war damals in Adenauers Wirtschaftswunderland nicht nur wegen seiner erotischen Freizügigkeit für viele ein Affront. Davon überzeugen können sich die Besucher der Aufführung des gleichnamigen Bühnenstückes am Sonntag, 14.