Vortrag über einen Verfechter der Toleranz
bz Hörpel. Einen aktuelleren Bezug hätte der Vortrag des langjährigen Hauptpastors des Hamburger Michels, Helge Adolphsen, nicht haben können, obgleich er sich mit dem vor 200 Jahren verstorbenen Dichter und Journalisten Matthias Claudius beschäftigte, nach dem unzählige Straßen, Schulen und Einrichtungen benannt sind, und der jedem bekannt ist durch sein Abendlied Der Mond ist aufgegangen . Im AprotoAktionshaus in Hörpel sprach Adolphsen vor dem Hintergrund von zunehmendem Rechtspopulismus und einer drohenden Spaltung der Gesellschaft über Matthias Claudius und sein Toleranz-Verständnis, das noch heute auch im Zusammenhang mit der Zuwanderungsdiskussion vorbildlich sei. Eingeladen in die Lüneburger Heide hatte der 21-jährige Schauspielstudent Max-Fabian Wolff-Jürgens, der im Herbst des vergangenen Jahres die große norddeutsche Initiative Stimmen des Nordens ins Leben gerufen hatte, bei der schließlich unter großer Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit über 100 Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Gesellschaft mit Videobotschaften Position bezogen hatten gegen Fremdenhass und geistige Brandstiftung.