Luthers Glaube
Heute vor 495 Jahren nagelte Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg und löste damit die Reformation aus wohl die bedeutendste und nachhaltigste Veränderung in der Geschichte Deutschlands. Die Gedanken, mit denen Luther eigentlich zu einer gelehrten Diskussion über den Ablasshandel einladen wollte, führten in ihrer Konsequenz nicht nur zu einer neuen Kirche und einer veränderten Theologie, sondern zu einer einheitlichen Sprache in Deutschland, einem nationalen Bewusstsein, der Entdeckung des Individuums, das mit seinem Gewissen allein Gott verantwortlich ist und vielem anderen mehr. Doch das wichtigste Ergebnis der Reformation ist die Wiederentdeckung der grenzenlosen Gnade, die Gott uns in Jesus Christus zeigt. Der Glaube Luthers an die Rechtfertigung des Sünders allein aus Gnade drückt sich in folgendem Bekenntnis aus, das er wohl noch vor dem Reichstag in Worms 1521 formuliert hat: Mir ist es bisher wegen angeborener Bosheit und Schwachheit unmöglich gewesen, den Forderungen Gottes zu genügen.