0211_Eri219RoswithaGandersheim
In dem riesigen Reich Karls des Großen gab es keine einheitliche Volkssprache. Im Westteil wurde lateinisch-romanisch mit keltischen und germanischen, im Osten eine Vielzahl von germanischen Stammesdialekten mit slawischen und romanischen Anteilen gesprochen. Bei den Reichsteilungen nach dem Tode Karls (814) spielten volkstumspolitische Überlegungen keine Rolle; die Zugehörigkeit zum West- oder Ostreich war allein von machtpolitischen Konstellationen bestimmt. Die Bewohner des Ostreiches empfanden sich noch lange in erster Linie als Angehörige ihres Stammesherzogtumes, aber nicht als Ostfranken oder gar als Deut-sche.