0514_Rosenstrauss Bahrs

An einem jener sanften Sommerabende, an denen man die Luft wie ein leises Streicheln an den Wangen verspürt, und in denen der Friede so gross und sicher wohnt, dass wir mit vollen Händen immer nur schenken möchten, hatte die junge Frau des bekannten Malers zu einer Abendgesellschaft geladen. Sie wandelte noch gelassen durch die Festräume, in die der Duft des herrlichen Gartens wie eine Verheissung des Kommenden dräng-te, als die ersten Gäste auch schon eintrafen und artig Grüsse austauschten. Gerade wollte der verehrte Chirurg, der sich auch für diesen Abend frei gemacht hatte, sein Do-mizil, das nur wenige Minuten von dem Ort des Fe-stes entfernt war, verlassen, als ihn ein unverkenn-bar knackendes Geräusch anhielt, das aus der Tie-fe seines Gartens kam. Er trat noch einmal an die Brüstung des Eingangs und spähte hinaus.

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