0529_Sitte14 Flachs brechen

Flachsbau und Leinenbereitung haben bei der für den Bauern bestehenden Notwendigkeit, alle Lebensbedürfnisse aus eigener Wirtschaft zu decken, bis vor kurzem im bäuerlichen Betriebe eine wesentliche Rolle gespielt. Flachs, an den Flurnamen wie Flaßbarg und Flasgorn erinnern, wurde von jedem Bauern gezogen, wie von den größeren zumeist auch noch Hanf (hemmet). Zur Saat des Leins nahm man ein Stück besten Landes, Brach- oder Kleeland, das einige Jahre geruht hatte, im Herbst und wieder im Frühjahr flach gepflügt und das endlich vor der Saat geeggt wurde, damit die Körner nicht zu tief kamen. Hatte der Flachs Halbfingerlänge erreicht, dann begann das Ausjäten des Unkrauts, das Wüen.

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