Kartoffelessens

Um den Einfluß des häufigen Genusses der Kartoffeln auf die Geisteskräfte der Menschen würdigen zu können, wäre es zu wünschen, daß man zu gewissen Datis gelangen könnte; allein da dieses nicht seyn kann, so muß man sich hier mit einzelnen Beobachtungen begnügen, die immer schwerer anzustellen sind, öfters berichtigt werden müssen und nie zu so sichern Resultaten führen, als da, wo man Zahlen zum Grunde legen kann. Nach den Beoachtungen einiger soll der häufige Genuß dieser Speise ein dem Böotschen gleiches, schwerfälliges und unempfindliches Temperament erzeugen, den Verstand abstumpfen und den Witz lähmen; in welcher Beziehung man auch wohl die Ausdrücke Kartoffelnverstand und Kartoffelnwitz hört. Diese Beobachtungen gründen sich wohl vorzüglich auf Bemerkungen, die man unter der ärmsten Klasse der Städtebewohner gemacht hat, bei denen aber, wie ich glaube, eine unordentliche, träge und oft kummervolle Lebensweise hierauf einen eben so großen Einfluß gehabt haben mag, als der häufige Genuß dieser Speise. Auf dem Lande, wo die Armuth selten in einer so drückenden Gestalt erscheint, und wo die Menschen dieser Art ein thätigeres und ordentlicheres Leben führen, findet man zu solchen Bemerkungen keine Veranlassung.

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