30-mal am Tag korrigieren Apotheker ärztliche Verschreibungen Zytostatika-Skandal von Bottrop und andere Fälle werfen Fragen zur Aufsicht und Kontrolle von Pharmazeuten auf – Gesetzgeber zeigt sich aber bisher desinteressiert

Arzneimittelskandale sind nicht häufig, doch wenn sie aufgedeckt werden, schockieren die Folgen nicht nur die Opfer, sondern oft die ganze Gesellschaft. Medizin ist Vertrauenssache, und wir überantworten unsere Gesundheit, manchmal auch unser Leben den Ärzten und den Pharmazeuten. So haben zwischen 1958 und 1962 zehntausende schwangere Frauen dem Schlafmittel Contergan vertraut, das auch gegen Schwangerschaftsübelkeit half. In den vier Jahren, in denen das rezeptfrei erhältliche Medikament in den Apotheken über den Tresen ging, wurden weltweit zwischen 5000 und 10000 Kinder mit extremen Schädigungen geboren die genaue Zahl ist bis heute nicht bekannt.

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