Re_Kroe_Kasper Ohm
In der Mitte des vorigen Jahrhunderts erschienen innerhalb von drei Jahren drei Debütstücke, die den unerwarteten Auftakt zur neuniederdeutschen Literatur bildeten. Im Herbst 1852 legte der Holsteiner Privatier Klaus Groth (1819 bis 1899) seine Sammlung "Quickborn" vor, die er hauptsächlich auf der Insel Fehmarn geschrieben hatte. Zu Weihnachten 1852 trat in Treptow an der Tollense (heute: Altentreptow) der mecklenburgische Privatlehrer und Maler Fritz Reuter (1810 bis 1874) mit seiner Schwankdichtung "Läuschen un Rimels" hervor. Angeregt von beiden publizierte 1855 der Güstrower Lehrer John Brinckman (1814 bis 1870) mit dem Rostocker Seemannsgarn "Kasper-Ohm un ick" erstmals ein größeres Prosastück.